Hedonismus kommt von dem altgriechischen Wort hēdonḗ, was zu deutsch soviel wie Freude, Lust oder Genuss bedeutet.

In der alltäglichen Sprache ist Hedonismus eher negativ belegt. So ist Hedonismus eine momentane und egoistische Lebenseinstellung, mit dem Ziel möglichst viel Genuss zu erfahren. Oft wird er in einem abwertenden Kontext gebraucht und als Überheblichkeit interpretiert. Diese Auffassung des Hedonismus hat sich jedoch erst ergeben. Die ursprüngliche Definition besagt etwas anderes:

Philosophisches Verständnis

Hedonismus bezeichnet ursprünglich eine Strömung, philosophisch oder auch ethnisch. Die Grundthese dieser lautet, dass nur wenn man Schmerz und Leid vermeidet und ausschließlich nach Freude bzw. Lust strebt, man diese auch erreicht. Im Gegensatz zum allgemeinen Sprachgebrauch ist der Begriff Hedonismus hier nicht negativ belegt.

Geschichte des Hedonismus

Als Begründer gilt Aristippos, der in der Antike lebte und ein Zeitgenosse von Sokrates war.

Er ist der Meinung, dass die Seele drei Zustände haben kann. Vergleichen tut er diese Zustände mit Wellenbewegungen. Ein Sturm steht für den Schmerz der Seele, die Lust sind sanfte Wellenbewegungen dazwischen liegt eine komplett ruhige See, die für Seelenruhe steht. Aristippos macht keinen Unterschied zwischen verschiedenen Lüsten. Jede Lust hat dieselbe Qualität unabhängig woher sie kommt. Seiner Theorie nach, ist der natürliche Zustand des Menschen die Lust. Demnach muss es das Ziel eines Jeden sein, diese Lust zu maximieren und zu versuchen Schmerz auszuweichen. Er geht sogar noch weiter und meint, dass die körperliche Lust das eigentliche Ziel des Lebens ist. Jedoch ist das Ziel des Hedonismus nach Auffassung der Kyrenaikern nicht, am Ende seines Lebens sagen zu können, dass man immer ein gutes Leben geführt hat. Man sollte nämlich eher jeden Augenblick so gut wie möglich gelebt und ausgenutzt haben. So erreicht man schließlich zum Ende des Lebens hin eine gelungene Lebenszeit.

Epikur´s Auffassung

Auch Epikur schließt sich dieser Theorie an. Er soll mit dem Wort “Lust”, jedoch eher die Lebenslust gemeint haben. So war für ihn die höchste Lust die “Ataraxie”, was soviel wie Gelassenheit bedeutet. Diese soll man erlangen, wenn man alle für sich wichtigen Fragen des Lebens beantworten kann. Er geht des Weiteren genauer auf die verschiedenen Arten des Lust ein: So soll es Zustandslust (katastematische Lust) und vorübergehende Lustgefühle (dynamische Lust) geben. Allein das pure Leben an sich, wenn es frei von Schmerz und anderen Plagen ist, ist lustvoll, so Epikur. Andere Vergnügungen sind jedoch zeitlich begrenzt. Um die katastematische Lust beizubehalten, lebte er nach einer streng tugendhaften Lebensweise. Auch ist es für ihn nicht möglich, mit Lust zu leben, solange man nicht klug, schön und gerecht lebt. Er unterscheidet er zwischen vernünftigen (entsprechen unserer Natur und sind leicht zu erreichen) und unvernünftigen Begierden. Diese unvernünftigen Begierden werden hervorgerufen durch eine fehlerhafte Einschätzung unseres Geistes. Sie entstehen durch emotionalen Ängsten und Vorstellungen, wie z.B. Neid auf das schönere Haus des Nachbarn. Deshalb ist es für Epikur persönlich die wichtigste Aufgabe eines Philosophen, die Menschen über eben diese emotionalen Fehlvorstellungen aufzuklären. So sollen seine Ängste und Vorstellungen richtig gerückt werden.

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Eine Abbildung von Epikur

Hedonismus Beispiel

Ein gutes Hedonismus Beispiel kann man bei der Berufswahl finden. So entscheiden sich viele nach Faktoren wie Bezahlung, Standort, Extra-Vergütungen oder einem Dienstwagen. Ein Hedonist wie Epikur würde sich erst einmal die Frage stellen, welcher Beruf ihm die meiste Lust und Freude bereiten würde. Denn auch wenn der Verdienst etc. passt, wäre es möglicherweise nicht der richtige Beruf für ihn und so würde er sich jeden Tag zur Arbeit schleppen, auch wenn diese ihm vielleicht nicht so viel Spaß macht, wie ein anderer Beruf. So erfährt er also Schmerz (auf eine nicht-physische Art natürlich), was nach dem Grundsatz des Hedonismus vermieden werden sollte.

Hedonismus

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